Preisverleihung
Data Center Award 2026

Am 4. November 2026 wurde zum ersten Mal der Österreichische Data Center Award vergeben. Dieser ist dem Nachwuchs der Rechenzentrumsbranche gewidmet und wird dementsprechend in der Kategorie „Young Talents“ verliehen.
Innovative Ideen für die Rechenzentren von morgen

Die Preisverleihung fand unter Anwesenheit der Jury und zahlreicher Gäste an der Hochschule Campus Wien statt. Die thematische Vielfalt aller eingereichten Abschlussarbeiten zeigte die verschiedenen Herausforderungen der Branche. Auch die drei Siegerprojekte könnten unterschiedlicher nicht sein. Wir gratulieren den Gewinner*innen herzlich!

3. Platz: Hülya Baysal | Hochschule Campus Wien
Was für die Akzeptanz von Rechenzentren wirklich nötig ist
Wie steht die österreichische Bevölkerung zu Rechenzentren? Die empirische Studie mit 163 Teilnehmenden untersucht, welche Faktoren die gesellschaftliche Akzeptanz der digitalen Infrastruktur beeinflussen. Ein Thema, das die Rechenzentrumsbranche mehr denn je beschäftigt.
Das durchaus spannende Ergebnis: Technikaffinität spielt letztendlich kaum eine Rolle. Vielmehr prägen vor allem das Wissen über Rechenzentren und das Vertrauen in deren Betreiber die öffentliche Meinung. Je besser die Menschen informiert sind und je größer ihr Vertrauen ist, desto positiver bewerten sie Rechenzentren. Die Arbeit unterstreicht damit die Bedeutung transparenter Kommunikation und eines verantwortungsvollen Umgangs mit Nachhaltigkeitsthemen für die gesellschaftliche Akzeptanz der Branche.

1. Platz: Isabelle Linke und Sebastian Nink | WU Wien
Standort-Suche für Rechenzentren wird einfacher
Wo in Europa sind die Voraussetzungen für neue Rechenzentren besonders günstig? Investoren, Entwickler, Betreiber und Behörden bekommen dank Isabelle Linke und Sebastian Nink nun eine Antwort. Denn sie liefern mit ihrer Arbeit ein interaktives räumliches multikriterielles Entscheidungsinstrument, das 284 Regionen in 38 Ländern vergleichbar macht. Damit schaffen sie eine transparente Entscheidungsgrundlage, die auf Faktoren wie Energieversorgung, Netzkapazitäten, Wasserverfügbarkeit und Flächenpotenzialen basiert.
Das Besondere: Nutzer können Kriterien individuell gewichten und so geeignete Standorte entsprechend ihrer jeweiligen Anforderungen identifizieren.
Insgesamt eröffnet dies neue Perspektiven für einen räumlich ausgewogeneren Ausbau der europäischen Rechenzentrumsinfrastruktur.

2. Platz: Aldin Etovic | Hochschule Campus Wien
Energieeffizienz und Abwärmepotenziale mit Luft nach oben
Die empirische Untersuchung von 102 Unternehmensserverräumen österreichischer KMUs zeigt, dass zwar Maßnahmen wie Virtualisierung und der Austausch von Hardware bereits verbreitet sind, in anderen Bereichen jedoch erheblicher Nachholbedarf besteht. So erfassen viele Unternehmen ihren Stromverbrauch nicht ausreichend, setzen auf konventionelle Kühllösungen und nutzen die entstehende Abwärme bislang kaum.
Als größte Hürden für Verbesserungen identifiziert die Arbeit hohe Investitionskosten, unklare Wirtschaftlichkeit und fehlende personelle Ressourcen. Darauf aufbauend entwickelt sie konkrete Handlungsempfehlungen – von gezielten Förderungen für Monitoring-Infrastruktur über kostengünstige Kühllösungen bis hin zur professionellen Energieberatung.
