ADCA: Rechenzentren sind kritische Infrastruktur 

Austrian Datacenter Association zur Rechenzentren-Strategie Niederösterreichs 

Wien, 16. April 2026 – „Rechenzentren sind Teil der kritischen Infrastruktur, Regulierung darf den dringend notwendigen Ausbau nicht erschweren und verhindern. Der Gesetzesentwurf ist eine regulatorische Steuerung und keine Standortstrategie“, sagt Martin Madlo, Präsident der Austrian Datacenter Association (ADCA) anlässlich der Präsentation der Rechenzentren-Strategie des Landes Niederösterreichs. „Es ist sehr erfreulich, dass Niederösterreich die Bedeutung der Rechenzentren und den wachsenden Bedarf erkannt hat. Rechenzentren treiben die digitale Transformation voran, entwickeln den Wirtschaftsstandort weiter und stärken die Wertschöpfung. Der vorliegende Entwurf reflektiert dies nur zu einem geringen Teil“, erklärt Madlo. 

Stellungnahme der ADCA: 

  1. Die Einführung zusätzlicher Widmungserfordernisse erhöht die Verfahrenskomplexität. Zudem entsteht Rechtsunsicherheit, da weder klare Fristen noch nachvollziehbare Kriterien definiert wurden. 

Es braucht klare und transparente Kriterien für Standortentscheidungen und Planungs- und Investitionssicherheit für Entwickler und Betreiber

  1. Die Schwellenwerte von 0,5 und 3 ha sind nicht sachgerecht. Professionelle Rechenzentren bedürfen nun einer Sonderwidmung. Das erschwert zudem die Weiterentwicklung bestehender Standorte. 

Es braucht eine Prüfung der Schwellenwerte auf Praxistauglichkeit, Ausnahmeregelungen für bestehende Projekte und eine Erleichterung für die Nachnutzung von Industrie- und Gewerbeflächen. 

  1. Die vorgesehenen Übergangsregelungen spiegeln nicht die Projektrealität wider, da in der Praxis oftmals erhebliche Vorarbeiten sowie Investitionen lange vor Einleitung des formellen Genehmigungsverfahrens erbracht werden. Durch die Übergangsregelungen besteht allerdings ein hohes Risiko, dass bereits in Planung befindliche Großprojekte verhindert werden. 

Aktuelle Projekte müssen daher in der Übergangsreglung berücksichtigt werden. 

„Eine erfolgreiche und geordnete Entwicklung von Rechenzentrumsinfrastruktur für Niederösterreich braucht klar definierte Rechenzentrumsstandorte, eine integrierte Planung von Energie, Infrastruktur und Digitalisierung“, erklärt Madlo und betont abschließend: „Wir möchten dem Land unsere Kooperation und Dialogbereitschaft anbieten, unsere Erfahrung aus der Praxis einbringen, um gemeinsam eine zukunftsorientierte Rechenzentrumsstrategie für Niederösterreich zu entwickeln.“ 

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